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Südlandflug
Geschrieben von: Richter Klaus
Sonntag, den 01. Mai 2011 um 10:29 Uhr
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Ein spannender Sommertrip nach Süden ... Fürstenfeld - Dubrovnik - Lamezia Terme - Malta - Tunesien - Sardinien - Pisa - Portoroz - Fürstenfeld ...

 

...featuring: Christian Seidl, Harald Strassnitzky, Klaus Richter & Markus  (jeder durfte mal vorne sitzen ...)

 

Mindestens einmal im Jahr muss es einfach sein. Der ultimative "Männer-Reise-Trip" steht an. So auch im Juli 2008, als wir eine der bisher interessantesten Routen mit unserer voll Instrumentenflug-ausgestatteten Beechcraft 33 abgeflogen sind. "Abgeflogen" auch wortwörtlich, da wir in den insgesamt 5 Reisetagen doch einige Flugmeilen absolviert haben. Der Spassfaktor kam auf den Flügen und natürlich auch dazwischen nicht zu kurz...

Eigentlich war das Wetter vor dem Start ja alles andere als gut, der tief liegende Nebel war allerdings auf eine sehr dünne Schicht beschränkt, daher konnten wir ohne Probleme auf unseren ersten "Leg" quer über den Balkan nach Dubrovnik starten, wo wir aufgrund einiger Knoten Rückenwindes bereits 1h45 später zu einem Frühstück eintrafen und uns mit billigerem Avgas versorgten.

Nach kurzem Wetterbriefing ging´s über die Adria nach Bari, weiter nach Lamezia Terme (kurz vor Sizilien). Im italienischen Luftraum konnten wir sofort den Unterschied zwischen den kroatischen und den süditalienischen Lotsen spüren. Nach der Landung war der Kulturschock dann sehr groß. Mindestens sechs Personen waren mit unserer Abfertigung beschäftigt und wirkten dabei äußerst planlos. Groß war daher unsere Freude, wieder in die Luft zu kommen.

 

 

Nördlich von Bari - FL 120/155 kt - Heading in direction Lamezia Terme

Lamezia Terme - Full established ILS-Approach RWY 28

Anflug auf Malta - Blick aus dem Hotel auf´s Meer - Nightlife. Am ersten Flugtag von LOGF über Kroatien und Italien bis Malta, wo wir schon am frühen Nachmittag eintrafen. Tolle Flugeindrücke - der nächste Tag wurde aber entspannt am Meer verbracht.

 

Karthago/Tunesien - Der Flug von Malta nach Tunesien war entspannt, der Funkverkehr mit den - sprachlich etwas französischlastigen - tunesischen Fluglotsen unerwarteter Weise auch. Im Anflug auf Karthago lohnte es sich, strikt dem ILS zu folgen. Wir stellten nämlich fest, dass direkt im Anflug eine herrliche Einkaufsmeile liegt, die wir aufgrund des dunstigen Wetters fast mit der Piste verwechselten. Nach einem missglückten Visual-Approach kann es daher leicht passieren, dass man mit der Beech vor dem Drive-In-Schalter bei Mc Donalds steht...


Nach den Erfahrungen in Süditalien waren wir auf das Schlimmste vorbereitet, wurden jedoch auf das Positivste überrascht. Unser äußerst zuvorkommender Handling-Agent nahm uns kurz nach der Landung in Empfang, organisierte die gesamte Flugvorbereitung, Wetterbriefings und sonstige Erledigungen - und das, während wir uns im Hauptterminal des Airports einen Kaffee gönnten.

 

Nach dem Kurztrip nach Tunesien peilten wir als nächstes Ziel Alghero im Nordwesten von Sardinien an. Nach unerwartet kurzer Abfertigung durch das Flughafenpersonal machte sich die Zollbehörde über uns her. An ein und demselben Tag von Europa nach Tunesien zu fliegen und nach einer Kaffepause wieder nach Europa einzureisen, ist möglicher Weise doch etwas unüblich...

Nachdem wir etwas außerhalb der Altstadt von Alghero in einer sehr schönen Badebucht Quartier bezogen hatten, war auch wieder Entspannung pur angesagt. Natürlich ließen wir uns auch das pulsierende Treiben in der Altstadt nicht entgehen.

Der letzte Tag dieses außergewöhnlichen Trips hatte wieder einige reizvolle Legs (und damit sind Streckenabschnitte und keine Körperteile gemeint) und Destinationen zu bieten: Nach dem frühen Takeoff in Sardinien ging es vorbei an Korsika direkt über Elba nach Pisa. Den Standplatz auf dem Apron in Pisa hatten wir einer Citation zu verdanken, die sich kurzfristig abgemeldet hatte. Der Flughafen ist im Sommer also nur mit Parkplatzreservierung zu empfehlen. Nach der Besichtigung des Schiefen Turms und einem Mittagessen in der Altstadt ging es über den Apennin in Richtung slowenischer Küste. Nach der Landung in Portoroz wurde erst einmal wieder leistbares Avgas befüllt, bevor die endgültige Heimreise nach LOGF angetreten wurde.

Fazit: 5 Sommertage, 4 Fliegerkollegen aus LOGF, 1 Beech 33, einige interessante Flugmeilen und Flugstunden, neue Destinationen ... und jede Menge Spass!

 

 

Zuletzt aktualisiert am Dienstag, den 16. Dezember 2014 um 20:04 Uhr